Partnerschaft misst sich nicht an Worten, sondern an Taten und Schritten. Heute besuchte ein guter Freund der Ukraine die Gemeinde Bilohorodka – der Bürgermeister unserer Partnerstadt Bures-sur-Yvette (Frankreich), Jean-Francois Vigier. Bisher hatten wir nur online kommuniziert, aber heute trafen wir uns in Bilohorodka, und was am wichtigsten ist – persönlich.
Wir begannen im Dorfrat und zeigten, wie die Gemeinde heute arbeitet, wovon wir leben und wie unsere Arbeit unter Kriegsbedingungen organisiert ist. Als Nächstes stand das Bildungswesen auf dem Programm. Wir besuchten das Akademische Lyzeum Nr. 1 in Bilohorodka und zeigten dort den Raum für den „Schutz der Ukraine“, den renovierten Küchenbereich, das Zimmer für mentale Gesundheit und den Schutzraum des Lyzeums. Für unsere französischen Partner ist ein Schutzraum in einer Schule etwas Ungewohntes. Glücklicherweise wissen ihre Kinder nicht, wie es ist, beim Klang von Luftschutzsirenen zu lernen oder den Unterricht in Kellergewölben zu verbringen. Wir besuchten auch den Kindergarten „Buratino“ in Swjatopetriwske. Eines der Gebäude des Kindergartens wartet derzeit auf die Fertigstellung eines Schutzraums, damit die Kinder sicher zum Lernen zurückkehren können.

Zudem präsentierten wir das medizinische System der Gemeinde – das „Zentrum für primäre medizinische und sanitäre Versorgung“. Jean-François informierte sich über das nationale Programm „Screening 40+“ und über die medizinischen Leistungen, die die Einwohner heute in der Gemeinde erhalten. Übrigens ist das System der Familienmedizin in Frankreich dem ukrainischen sehr ähnlich – mit Hausärzten vor Ort und elektronischen Überweisungen an Fachärzte.
Wir haben auch die Schönheit unserer Gemeinde nicht ausgelassen. Wir besuchten die Aussichtsplattform im Dorf Luka mit Blick auf das Tal des Flusses Irpin und die einzigartige historische Landschaft des alten Bilohorod, dem heutigen modernen Bilohorodka. Wir ließen den Tag im lokalen Restaurantkomplex „Secret Forest“ ausklingen – einem Ort, an dem sich ukrainische Gastfreundschaft, Natur und die Atmosphäre unserer Gemeinde verbinden. Ich danke den lokalen Unternehmen, die sich genau hier entwickeln.

Das Treffen war wirklich herzlich und inhaltsreich. Wir haben gezeigt, wie die Gemeinde Bilohorodka heute lebt – wie wir arbeiten, Kinder unterrichten, Menschen unterstützen und trotz des Krieges weiterleben und uns entwickeln. Denn genau das macht die Ukraine aus. Und es schien, als sei Jean-François von unseren Menschen, der Widerstandsfähigkeit und der ukrainischen Gastfreundschaft aufrichtig beeindruckt. Schon morgen erwartet uns ein weiteres wichtiges Treffen. Aber dazu etwas später mehr.
